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Wer kennt das nicht, - alljährlich stellt sich einem die Frage wo denn nun dieses Jahr die wenigen kostbaren Urlaubstage verbracht werden könnten. Es soll möglichst warm sein, auch nicht so teuer – und schön eben!
Nach einigem hin und her entschieden sich meine Freundin (Miriam) und ich für einen Zelturlaub in Kroatien. Die Anreise sollte mit dem Auto geschehen – mit dem Käfer - ganz so, wie es in den fünfziger und sechziger Jahren üblich war.
Gesagt, getan! Zwei Tage nach dem Celler Käfertreffen 2002 sollte es losgehen. Am 6.8.2002 brachen wir früh morgens auf und fuhren mit 110 km/h gemütlich auf der A7 Richtung süden.
Unser erstes Ziel war das 600 km entfernte Ulm, welches wir nach einem Zwischenstopp in Rothenburg o. d. Tauber entspannt erreichten. Der Historische Stadtkern von Rothenburg ist sehr sehenswert und von einer Stadtmauer umgeben, die nahezu komplett begehbar ist. In Ulm verbrachten wir ein paar Tage bei meinem Bruder Torsten und seiner Freundin Claudia, die sich uns mit ihrem Opel Kadett Caravan anschlossen. Am Samstag ging´s dann richtig los.
Am Chiemsee hatten
Yvonne und Nils (im Ford Fiesta) Station gemacht, und so trafen wir uns mit
den beiden unweit des Sees auf einem Rastplatz, um mit nun drei Fahrzeugen gen
Süden zu reisen. Nils hatte die blendende Idee, die Autobahngebühr
zu sparen und stattdessen über die Landstaße zu fahren. Die Strecke
führte uns durch die malerischen Täler Bayerns und Österreichs.
Die einzige Möglichkeit, die Alpen zu überqueren, war für uns
jedoch nur die Großglockner
Hochalpenstraße - die kostet Maut – und zwar nicht zu knapp.
Egal, Augen zu und durch. Ich machte mir Gedanken wie unser vollgeladener Käfer
die Strecke wohl meistern würde, aber dank der 50 Pferde im Heck war das
kein Thema und es kam richtig Fahrfeude auf – zumindest bei der Käferbesatzung,
denn Ford und Opel hatten Temperaturproleme (da fühlte man sich direkt
an die Testfahrt von Professor Porsche am Großglockner erinnert). Am Opel
war außerdem der Temperaturschalter für den Kühlerventilator
ausgefallen, den wir auf einem Parkplatz dann erstmal überbrücken
mußten und den Ventilator direkt auf Zündplus legten. Die Hochalpenstraße
bietet viele Gelegenheiten zum verweilen und Ausblicke, die für den horrenden
„Eintrittspreis“ entschädigen. Entlang der Strecke sind auch mehrere Ausstellungen
eingerichtet, z.B. zum Bau der Straße und zur Flora und Fauna der Alpenregion.
Am höchtsten Punkt (2428m ü.d.M.) verschnauften unsere Autos und wir
erstmal ordentlich. Aber auch die Abfahrt hatte Ihre Tücken - während
der Abfahrt fing es plötzlich an zu riechen. Ich hatte sofort meine vier
Trommelbremsen im Verdacht und steuerte den nächsten Parkplatz an. Opel
und Ford taten mir gleich. Beim Temperaturtest der Felgen war ich etwas verdutzt,
alle vier waren maximal Handwarm, der
Danach gings weiter Richtung Kroatien. Alles kein Problem, - bis zum Superstau! Wir bewegten uns in vier Stunden ca. 500 m und der Käfermotor im Standgas schaffte es mit seiner Gleichstromlichtmaschine nicht, Scheinwerfer, Radio, Scheibenwischer und E-Kühlbox zu versorgen und ging einfach aus! Zur Belustigung der anderen „Stauteilnehmer“ schob ich Käferchen mehrfach wieder an, und die elektrischen Verbraucher wurden auf ein Minimum reduziert. Ich setzte mich im Stau zwischen unsere beiden Begleiter und fuhr nun erst einmal, trotz einsetzender Dunkelheit, nur mit Standlicht weiter um die Batterie zu regenerieren.
Irgendwann, es muß so 21.00 Uhr gewesen sein, fuhren wir endlich durch die Grenzstation nach Kroatien. Unser auserkorener Zielort war Rovinji auf der Halbinsel Istrien. Begleitet wurden wir immer wieder von den starken Regenfällen. Das Wasser stand teilweise 30 cm hoch, und es war manchmal schwer, die Straße überhaupt noch zu erkennen. Oft mußten wir sogar mangels Sicht anhalten. Zusätzlich wurde noch Geröll von den Hängen heruntergespült, und ich war im Nachhinein froh, daß ich vor der Fahrt meine Uralt-Sommerreifen gegen die fast neuen Winterreifen ausgetauscht hatte.
Aber auch der Badespaß kam nicht zu kurz. Es gibt hier allerdings nur wenige, in erster Linie künstliche Sandstrände, der Rest ist mit zum Teil recht scharfkantigen Steinen und Felsen übersät. Man sollte unbedingt fest sitzende Badelatschen im Urlaubsgepäck mitführen, allein schon wegen der vielen See-Igel. Die Steinstrände zeichnen sich durch absolut klares Wasser aus, welches zu ausgiebigen Schnorcheltrips einläd. Unter Wasser duften wir viele Fischarten, Tintenfische und sogar ein Seepferdchen bestaunen. Nach vier Tagen machten wir uns dann wieder auf, um die Insel Rab anzusteuern. Die Strecke dahin führte über Rijeka, immer direkt an der Küste entlang und man hatte beeindruckende Ausblicke in die Kvarner Bucht, sowie auf die Inseln Cres, Krk und Rab. Mit der Fähre ging´s dann von Jablanac aus auf die Insel. Auf Rab gibt es (laut unserer Karte) nur zwei Campingplätze, die zu dieser Jahreszeit natürlich auch dementsprechend aus- bzw. überlastet waren. Für unsere drei Igluzelte fanden wir auf dem Campingplatz "San Marino" gerade noch Platz. Hier war es deutlich touristischer (fast Mallorcafeeling) und man musste schon etwas suchen, um schöne, ruhige Badebuchten zu finden. (Unsere schweizer Zeltnachbarn gaben uns den entscheidenen Tip). Die gleichnamige Hauptstadt der Insel Rab soll laut Reiseführer Kroatiens schönste Stadt sein. Uns hat es dort sehr gefallen, da sie fast ausschließlich aus historischen Bauwerken besteht und somit eine ganze Menge mediteranes Flair verbreitet. Nach drei bzw. vier Tagen trennten sich hier unsere Wege. Torsten und Claudia wollten noch weiter nach Dubrovnik. Einen Tag später machten sich Miriam und ich auf den Weg an die bosnische Grenze, um uns das Naturwunder „Plitwitzer Seen“ (Plivicka Jezera) anzuschauen. Yvonne und Nils verweilten noch einen Tag auf Rab. Der Weg zu den Pliwitzer Seen führt von der Küste aus direkt durch das kroatische Inland Richtung Bosnien. Am Straßenrand werden oft Landwirtschaftliche Erzeugnisse angeboten, sehr oft auch Honig der im übrigen sehr gut schmeckt. Hier im Hinterland sind noch einige stumme Zeugen des Bürgerkrieges im ehemaligen Jugoslavien zu finden. Oftmals sieht man verlassene und zerschossene Häuser, direkt daneben aber auch neue oder neu aufgebaute und sehr gepflegte Häuser. Vermutlich sind die Eigentumsverhältnisse der verlassenen Häuser noch nicht geklärt oder es fehlt einfach das Geld. Die Plitwitzer Seen sind ein Naturschauspiel sondergleichen und nur schwer zu beschreiben. Es handelt sich hierbei um mehrere Treppenförmig angeordnete Seen mit extrem kalkhaltigem Wasser. Der Kalk setzt sich am Boden und an allem was im Wasser liegt ab. Durch das einfallende Sonnenlicht scheinen die Seen in hellem blaugrün zu leuchten. Es ist zu empfehlen den Park möglichst früh aufzusuchen, da man sich sonst nur noch im "Gänsemarsch" durch den Park bewegen kann. Wir übernachteten auf einem sehr schönen Campingplatz (Camp Korana) unweit der Seen. Von den Plitwitzer Seen aus verlief die Rückfahrt ohne Probleme, da wir Trieste und die Großglockner Hochalpenstraße mieden und stattdessen die Route Karlovac-Ljubljana-Villach nutzten. In Ljubljana ist nochmals Konzentration bei der Fahrt durch die Stadt gefragt. Wir hatten mehmals den Eindruck falsch zu Fahren, waren aber dennoch auf dem richtigen Weg. Direkt an der Autobahn in Österreich befindet sich ein privates Porsche-Museum welches wir selbstverständlich auch noch besichtigten. Unseren letzten Zwischenstop mit Übernachtung legten wir auf einem kleinen „Campingplatz“ nördlich von Ingolstadt ein. Am nächsten Tag trafen wir nachmittags - nach über 3300 zurückgelegten Kilometern - in Celle bzw. Eldingen ein und waren uns einig, daß es nicht das letzte mal gewesen sein sollte, daß wir uns mit „Käferchen“ auf große Fahrt begeben haben. Kai-03
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